Marseille - Frejus

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Am 28. Juni verlassen wir um 9.00 Uhr Marseille - an der Insel If (dort wo der Romanheld Graf von Monte Christo eingekerkert war) vorbei, geht es entlang der Calanques nach Cassis, wo wir nach 18 Seemeilen um 13.00 Uhr eintreffen. In Marseille hatte ich mal wieder Startprobleme mit dem Motor, in Cassis lasse ich ihn nachsehen, er läuft wieder - aber das Problem ist nicht wirklich behoben, es wird mich weiterhin begleiten.
 

29. Juni: ich ankere mit 25 m Kette und 20 m Leine auf 12 m Wassertiefe in der Calanque d'en Vau.  Wegen umlaufender Winde - ich schwoje um 360 Grad - will ich den Ankerplatz tiefer in die Bucht zu verlegen - aber der Motor will wieder mal nicht  anspringen. Am Abend mache ich einen erneuten Startversuch, beim ersten Schlüsseldrehen springt er an.  Ich entschließe mich, im letzten Büchsenlicht in den Hafen von Cassis zurückzukehren.
Es wird schnell dunkel und ich halte weiten Abstand von den Ufern - über die Mitte der Bucht steuere ich Cassis an, die Capitainerie sagt mir über Kanal 9 zu, dass ich über Nacht an der Tankstelle liegen kann.  Plötzlich hänge ist fest, in der Dunkelheit ist der Propeller in ein Fischernetz geraten und der Motor ist abgewürgt. Wegen der Dunkelheit und starkem Wellengang wende ich mich erneut an die Capitainerie von Cassis.  Sie wollen die Pompiers (Feuerwehr) zu mir schicken. Schon bald steuert in Motorbot mit hoher Geschwindigkeit auf mich zu, ich gebe Lichtzeichen - aber es ist nicht die Feuerwehr, in dem Motorboot sind junge Leute, die mir sofort Hilfe anbieten, aber weil ich die Pompiers erwarte bedanke ich mich höflich und lehne ab.
Auf Nachfrage informiert mich der Hafen Cassis, das jemand aus der Calanque Port Miou zu mir kommen wird. Schon bald taucht ein Boot mit dem Hafenmeister auf, das Fischernetz wird kurzerhand gekappt und langsseits werde ich zur Boje 15 in Port Miou geschleppt.  Man liegt zwischen Boje und einem Ring der in der Felswand eingelassen ist. Die Hilfe war vollkommen kostenlos - ich gebe 50 Euro Trinkgeld - dafür schneidet mir der Hafenmeister noch die letzten Leinenreste vom Propeller.  Um 23.45 Uhr ist alles vorbei, ich liege sicher, aber quer zu Wind und Strömung.
Am nächsten Morgen wird der Motor wieder problemlos anspringen. Im Hafen Cassis lasse ich wieder einen Mechaniker kommen, der meint es liegt an der Abreißsicherung. Tatsächlich ist der Kontakt korrodiert, ich krieche unter die Plicht und trenne die Sicherung ab. Der Motor springt an, so oft ich es versuche.
Wir bleiben bis zum 3. Juli in Cassis und starten am 4. in Richtung Toulon.
Herbert und Olaf verlassen uns in Richtung Toulon
Halt auf Porquerolles zum Einkaufen
Im Hafen von Toulon haben wir einen miesen Platz erhalten - aber die Stadt entschädigt für die Unbequemlichkeit.
Neben mir liegt mein Segelfreund Bosco - der Vorbesitzer der Renbo, er verbringt den ganzen Sommer auf der Meer
Im Hafen von Port Cros bleiben wir zwei Tage, danach geht es weiter nach Le Lavandou

In Lavandou habe ich einen schönen Liegeplatz direkt neben der SNSM (das entspricht der deutschen DGzRS) erhalten. Ich stelle fest, dass ein Edelstahlteil an der Motorhalterung beschädigt ist. Für 100 € wird es in der Werft repariert. Ich mache zudem Öl- und Kerzenwechsel am Motor. Mein neuer Humminbird Fischfinder hat auch den Geist aufgegeben,  ich kaufe am 12. Juli ein baugleiches. Später werde ich in Deutschland das defekte Gerät umtauschen.

Am 14. Juli  verlasse ich Le Lavandou in Richtung St. Tropez. Es war ein Fehler, am franz. Nationalfeiertag loszufahren, vor den Stränden Pamplonne und Tahiti Plage machen sich die 1000-PS-Boote einen Spaß daraus, kleine Schiffchen kräftig zum schaukeln zu bringen, in dem sie mit hoher Geschwindigkeit viel zu dicht vorbeifahren. Durch den Wellenschlag löst sich eine Schelle am Frischwassertank und ich habe 40 l Wasser in der Bilge.

Vergeblich ist der Versuch, in St. Tropez einen Hafenplatz zu bekommen. Ich versuche es in St. Maxime - dort habe ich den unfreundlichsten Hafenmeister des gesamten Mittelmeeres angetroffen.  Den ordentlichen Platz, den mir ein Gehilfe angewiesen hat muss ich verlassen, obwohl er über Nacht frei ist, ich bekomme einen Platz mit viel zu wenig Tiefgang, nur als Grundsitzer komme ich an das nächste Fischerboot und an Land.  Nachdem die Bilge ausgeschöpft ist, beschließe ich um 18.00 Uhr nach Frejus weiter zu fahren.

In Frejus angekommen, erwartete mich zum Ausgleich der freundlichste Empfang, den ich je in einem Hafen hatte, ich lag direkt vor der Capitainerie - wieder neben der SNSM - die Mitarbeiter der Marina kümmerten sich um alle Leinen, damit ich nur schön liege brachten sie mit dem Motorboot sogar zwei Leinen zur Mooring aus.

Zusammen mit Herbert entschließe ich mich, für den Rest der Reise in Frejus zu bleiben, der Hafen ist angenehm, es gibt mehrere schöne Strände, im Hafen verkehrt ein kostenloses Taxiboot, abends gibt es immer wieder Feuerwerke, die besuchenswerte Altstadt von Frejus ist bequem mit dem Bus zu erreichen. Nach St. Raphael kommt man barfuß mit einem Zwei-Kilometer- Spaziergang über den Sandstrand.

Der Werft von Fejus schickt mir jemand, der den Vergaser zerlegt und reinigt, jetzt läuft er wieder, der Mechaniker lässt mir noch ein Spray da, um im Bedarfsfall den Vergaser zu reinigen.

Hafenpromenade und Capitainerie von Frejus

 

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